Kategorie-Archiv: Projekte

Musikprojekt mit jungen Flüchtlingen: „The Shelter“

„The Shelter“ ist ein Projekt des Diakonievereins Freiburg-Südwest e.V., des Kinder- und Jugendzentrum Weingarten und der Mobilen Jugendarbeit Weingarten-Ost. Es wird für die ersten zwei Jahre von der Baden Württemberg Stiftung „Wir stiften Zukunft“ gefördert.
„The Shelter“  bietet Kindern und Jugendlichen des Flüchtlingswohnheims an der Besanҫonallee und aus dem Stadtteil Weingarten die Möglichkeit, mit Hilfe des Mediums Musik (Gesang, Sprechgesang, Musizieren, Komposition und Tanz) und der szenischen Bearbeitung (Fotografie und Videografie), Kontakte zu Kindern und Jugendlichen im Quartier zu knüpfen, sich zu begegnen, auszutauschen und gemeinsam aktiv zu werden.

Die aufsuchende Arbeit ermöglicht erste Kontakte zu den Flüchtlingen. Durch ein, von den Institutionen vor Ort ausgerichtetes Begrüßungsfest, können sich Flüchtlinge, Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils Weingarten, junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder in einem zwanglosen Rahmen kennenlernen. Durch Aufführungen von Kindern und Jugendlichen aus dem Quartier, wird das Medium des Projekts, die Musik, vorgestellt. Schwerpunkte hierbei werden Hip-Hop, Rap, Street- und Breakdance sein.

Im Verlauf des Projekts werden Workshops zu folgenden Themen angeboten:

  • Aufnehmen von „Beats“
  • Kennenlernen von Instrumenten und Kompositionen der Songstrukturen
  • Songwriting mit biographischen Aspekten
  • Songproduktion
  • Studioaufnahme
  • Layout, Covergestaltung
  • Tanzgruppen
  • Fotografische und filmische Begleitung/Dokumentation

Die Workshops sind prozessorientiert ausgelegt und chronologisch nicht festgelegt. Die  begleitende fotografische und filmische Dokumentation wird von den Jugendlichen selbst erarbeitet.

Autor: Matthias Weiß (Dipl. Soz.arb), Kinder- und Jugendzentrum Weingarten

Clowns und Maskentheater beim KinderKunstDorf

Von „spannenden Erlebnissen beim Freiburger Ferienprogramm“, wie Thomas Brenner vom Abenteuerspielplatz im letzten Blog-Beitrag schrieb, haben auch wir etwas zu berichten. Frei nach dem diesjährigen Motto „Kunst – bewegt“ waren wir AkteurInnen vom Kindernetz angefragt worden, ob wir ein Theaterprojekt anbieten könnten.

Ein offenes Theaterangebot, also ohne eine feste Kindergruppe, kann das gut gehen? Im Rahmen der lockeren Atmosphäre des 11. Freiburger KinderKunstDorfes (1.9. bis 5.9.) entschieden wir uns vom Nachbarschaftswerk (Caro, Emily und Milena) für eine Clownstheater-Werkstatt mit drei einfachen Clownstypen: dem kleinen leisen schüchternen, dem großen starken lauten und dem schnellen hektischen Clown.

Als „Türöffner“ für das Clownstheater-Spielen boten wir draußen vor „unserem“ Zirkuszelt eine Masken- und Clowns-Nasen-Bastel-Werkstatt mit Upcycling-Materialien wie Eierkartons und Papptellern an. Mit den selbstgemachten Masken und Nasen sind die Kinder auch stolz über das gesamte Areal des KinderKunstDorfes gelaufen.

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Und über das Selber-Herstellen von Requisiten – kräftig unterstützt von Marius, unserem neuen Bundesfreiwilligendienstler – fand sich jeden Tag eine feste Gruppe für das Theaterspielen zusammen.
Hier kam uns auch das Ferienangebot des Kinder-und Jugendzentrums zugute: Täglich kam von der Gruppe der dort angemeldeten Ferienkinder ein fester Stamm zu uns. Zwei Mädchen, Olivia und Aliya, schrieben sogar noch abends an einer eigenen Clownstheater-Geschichte. Nachdem wir am 1. Tag mit der in den Projekttagen an der Adolf-Reichwein-Schule entstandenen Geschichte „Der Hut mit der Blume“ Clownstheater ausprobiert hatten und auch am Nachmittag im Zirkuszelt eine improvisierte Aufführung vor einem großen Publikum zeigen konnten, kamen beide am nächsten Tag mit ihrer Clowns-Geschichte zu uns: „Der traurige Clown und der Schneemann in Not“, die wir nachmittags präsentieren konnten.

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Auch für unsere kleine Aufführung beim Abschlussfest des KinderKunstDorfes auf der Hauptbühne entwickelten die beiden Autorinnen eine Geschichte: „Die 5 Clowns und die verwirrten Autos“. Die Autos als Requisiten wurden dafür in unserer Masken-Werkstatt gebaut.

Das offene System der Clownstheater-Werkstatt hat viel besser geklappt, als wir im Vorfeld gedacht hatten. Eine Herausforderung für die Kinder war vor allem das große Interesse anderer Kinder bei den Proben – viele wollten zuschauen! Doch sie hatten Spaß in ihren Clowns-Rollen und in ihren mit bunten Tüchern geschmückten „Höhlen“ als Auftrittsorte.

Das nicht kommerzielle Groß-Projekt KinderKunstDorf ist ein großer „Vernetzungspool“, bei dem man als Mitarbeiterin große Freude daran hat, mitzubekommen, was die KollegInnen aus der ganzen Stadt anbieten. Mehrere Kinder kamen auch in der Woche darauf zum Ferienpassangebot auf den Abenteuerspielplatz, bei dem wiederum verschiedene künstlerische und zusätzlich auch erlebnispädagogische Werkstätten angeboten wurden.

Die rund 20 verschiedenen künstlerischen Werkstätten des KinderKunstDorfes, offen für alle Kinder in Freiburg, sind kulturelle Bildung at its best!

Autorin: Milena Vogt, Nachbarschaftswerk e.V.

Milena Vogt

„Hand in Hand“ gegen Vorurteile

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Vorurteile abbauen und sich gleichzeitig  sozial engagieren: Das Projekt „Hand in Hand“ des Kinder- und Jugendzentrums Weingarten verbindet beides in unterschiedlichen Aktionen, initiert Begegnungen und Austausch. Die Idee dazu entstand als Reaktion auf Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen der Jugendlichen im Bezug auf ihren  Migrationshintergrund, ihre Staats- oder Religionszugehörgkeit. Einmal im Monat findet eine Aktion statt, welche die Teilnehmer in Pflegeheime und Jugendzentren, ins Kinderdorf oder Mehrgenerationshaus und zum Caritas führt. Die Jugendlichen werden im Gegenzug mit Weiterbildungen unterstützt und für ihr Engagement mit Ausflügen belohnt.

Gestartet wurde das Projekt „Hand in Hand“ mit dem Besuch in einem Seniorenheim:

„Bujar und ich haben am 1.07.2014 mit den Jugendlichen Ceren, Doğukan, Ayhan, Kure, Alen, Aynur, Besian, Okan und Recai das Pflegeheim Sankt Marienhaus in der Talstraße 29 besucht.
Da am 28.06.2014 Ramadan, die Fastenzeit der Muslime begonnen hatte, war es die ideale Zeit durch ehrenamtliche Arbeit etwas Gutes zu tun. Wir kontaktierten viele soziale Einrichtungen um Termine festzulegen. Als ich am 29.06.2014 einen festen Termin bekommen hatte, haben wir uns sehr darüber gefreut und so starteten wir unser Projekt. Wir trafen uns am Kinder- und Jugendzentrum Weingarten und fuhren gemeinsam zum Sankt Marienhaus. Hier wurden wir sehr zuvorkommend und höflich von Frau Müller und den pflegebedürftigen Menschen empfangen.
Als Erstes bat ich die Jugendlichen sich vorzustellen. Unsere Gastgeber fragten uns, aus welchen Ländern wir stammen. Anschließend sangen uns unsere Gastgeber Lieder vor und wir klatschten dazu. Die Jugendlichen erzählten von ihrer Heimat, Religion und Kultur. Sie zeigten verschiedene Kopf- bedeckungungen, Gebetsketten, Schmuck, Wandteller im osmanischen Stil und den Koran auf Deutsch, der am Ende des Tages dem Pflegeheim geschenkt wurde. Die Jugendlichen gingen selbständig auf die Menschen zu, unterhielten sich mit ihnen, stellten Fragen und gaben Antworten. Außerdem brachten sie die Menschen zum Lachen, halfen beim Aufstehen und Hinsetzten und brachten ihnen  etwas zu trinken. Wir haben auch einen Teil der türkischen Nationalhymne vorgetragen und Kure brachte den Bewohnern einen Vers aus dem Koran näher, übersetzte ihn ins Deutsche und erklärte, wie er im Arabischen ausgesprochen wird. Zum Abschluss machten wir mit Einverständnis der Senioren gemeinsame Bilder. Die Jugendlichen halfen beim Abbau und beim Hineinbegleiten der älteren Menschen.
Alle waren sehr zufrieden und wir bekamen das Versprechen, gerne wieder zu Besuch kommen zu dürfen. Einige Damen, die in der Runde mit uns saßen, kamen am Ende auf mich zu und sprachen ihren persönlichen Dank aus. Vor der Tür verabschiedeten wir uns schweren Herzens, da es allen sehr gefallen hat und die Jugendlichen bekamen ein großes Lob von unserer Ansprechpartnerin Frau Müller.“

Gülperi Sirvan, ehrenamtliche Mitarbeiterin und  Bujar Qoraj,
Mitarbeiter der Einrichtung

Besuch Seniorenheim und Fastenbrechen

Es folgten weitere Aktionen:

  • Mithilfe bei der Aktion „Freunde der Straße“, bei der die Jugendlichen beim Empfang und bei der Essenausgabe geholfen haben und sich mit den Besuchern unterhielten
  • Eine eigenständige Aktion in der Innenstadt von Freiburg, bei der die Jugendlichen an Obdachlose Brot, Brezeln und süße Teilchen verschenkten und mit ihnen ins Gespräch kamen
  • Besuch bei der Freiburger Tafel, um zu erfahren, was die Tafel leistet und bewirkt

Bürgerschaftliches Engagement zeigten die Jugendlichen zuletzt bei der stadtweiten Müllsammelaktion „Freiburg putzt sich raus“ am vergangenen Samstagvormittag, den 28. Februar 2015 und verschönerten damit den eigenen Stadtteil.

Autorin: Karin Seebacher, Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums Weingarten

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Aktionen zur Kommunal- und Europawahl 2014

Am 25. Mai 2014 finden die Kommunalwahlen und die Europawahl statt. Erstmals dürfen auch die 16- und 17-jährigen Jugendlichen ihre Stimmen zur Gemeinderatswahl abgeben. Damit gibt es in Freiburg über 18.000 Erstwähler zwischen 16 und 22 Jahren!
Wir, die Adolf-Reichwein-Schule und die Kinder- und Jugendeinrichtungen von Zukunft W, haben zu diesem Anlass verschiedene Aktionen organisiert, die das Interesse an den Wahlen wecken sollen, Informationen zum Ablauf geben und zur Auseinandersetzung mit den Wahlprogrammen der verschiedenen Parteien anregen. Auch die Eltern und andere Stadtteilbewohner sollen erreicht werden, denn Weingarten hatte bei der Bundestagswahl 2013 mit 58,6 Prozent stadtweit die geringste Wahlbeteiligung.

Eine der Aktionen ist die Verteilung einer Postkarte, mit dem Titel „ZUKUNFT Wählen“, auf deren Rückseite Gründe für eine Teilnahme an der Wahl notiert werden können. Die Karten werden in der Adolf-Reichwein-Schule und in den anderen Einrichtungen von Zukunft W zum Einsatz kommen und im Stadtteil verteilt. Im Wahllokal des Jugendzentrums können Kinder und Jugendliche ihre Stimme abgeben und so das Wählen erproben und Wahlhemmnisse abbauen. Im Nachbarschaftswerk werden die Wahlen in den Lernfördergruppen und im Projekt Abenteuer Sprache thematisiert. Ebenso im Unterricht der Adolf-Reichwein-Schule. Auf dem Abenteuerspielplatz und den anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit gibt es weitere Wahlaktionen sowie Demokratiespiele, die demokratisches Handeln konkret erfahrbar machen.

Für Erstwähler hat das Jugendbüro Freiburg eine Webseite erstellt, die mit einem Video, kurzen Infoblöcken und einem Quiz alles Wissenswerte zur Gemeinderatswahl thematisiert:

http://16plus.freiburgxtra.de/

Autorin: Janine Böhm, Prozessbegleitung Zukunft W

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