Fette Beute

Der Name:
Als Beute bezeichnet man die Behausung eines Bienenvolkes.
In der modernen Imkerei werden stapelbare Kisten (Magazine oder auch Zargen genannt), die unten und oben offen sind, verwendet. Dazu kommt ein Boden mit dem Flugloch. Schließlich kommt als Abschluss oben auf die Beute ein Isolierdeckel und eine Blechhaube als Wetterschutz.

Projektziele:
Das Ziel des Projekts Fette Beute ist es, mit einer Gruppe von 6 bis 8 Jugendlichen ab 12 Jahren, ein Bienenvolk durch ein Bienenjahr (März bis Oktober) zu begleiten. Sowohl die Steigerung des Verantwortungsbewusstseins der Jugendlichen durch die Betreuung des Bienenvolkes, wie auch die Schulung einer intensiven Umweltwahrnehmung, sollen mithilfe des Projektansatzes erreicht werden. Die Tätigkeiten direkt am Volk bringen den TeilnehmerInnen biologische, natürliche Vorgänge auf eine praxisbezogene Weise nahe. Im Fokus stehen hier das Beobachten und Wahrnehmen der Veränderungen im Stock und deren Bewertungen.
• Wird gestiftet? (Legt die Königin Eier?)
• Wächst das Volk? Werden neue Waben gebaut und Vorräte angelegt?
• Bringen die Sammelbienen Nektar oder Pollen?
• etc.
Darüber hinaus muss auch die direkte bis mittlere Umgebung und deren jahreszeitliche Entwicklung in die Beobachtungen mit einbezogen werden.
• Wie steht die Beute (Bienenstock) bezüglich der Sonne? Wie verhält sich der Sonnenstand über den Tag?
• Wie ist das Mikroklima direkt an der Beute (Wind, Temperatur)?
• Findet sich in unmittelbarer Nähe Wasser?
• Was blüht gerade im Sammelradius (ca. 3 km) der Bienen? Sind die Nektarquellen ausreichend?
• Wie war das Wetter in letzter Zeit; wie soll es in den nächsten Tagen werden?
• etc.

Projektverlauf:
Die Anfangszeit des Projekts war gekennzeichnet durch den Versuch, Jugendliche für die Projektidee zu gewinnen. Das grundsätzliche Interesse an diesem Thema war von Seiten der Jugendlichen vorhanden. Allerdings konnte keine feste Gruppe oder Clique zur dauerhaften Durchführung des Projekts gewonnen werden. Die ersten Treffen, die stattfanden, waren gekennzeichnet durch die Beschaffung der Arbeitsmaterialien und dem Zusammenbau der benötigten Wabenrahmen, sowie der Gestaltung des Bienenstocks. Hierfür gab es Beteiligungen verschiedener Jugendlicher.
Die erste große Hürde, die mit den Jugendlichen genommen werden musste, spiegelt die grundsätzliche Problematik des Projekts wider. Es herrschen große Vorbehalte gegenüber allem was krabbelt und fliegt und unter Umständen noch stechen könnte. Das erstaunliche dabei ist, dass diese Haltung nicht nur bei Kindern und Jugendlichen vorliegt, sondern auch bei vielen Erwachsenen und leider auch bei Entscheidungsträgern, die für die Aufstellung von Bienenstöcken zuständig wären. Es war uns deshalb lange Zeit nicht möglich, einen geeigneten Standort für unser Projekt zu finden, der sowohl die nötigen Voraussetzungen der Bienenhaltung erfüllt, wie auch die Vorgaben und Wünsche, die wir als Projektverantwortliche durch das Charakteristikum der urbanen Hochhausimkerei gerne realisiert gesehen hätten.
Das Volk ist nun, vorübergehend, im Garten der Geschäftsstelle des Diakonievereins Freiburg-Südwest e.V. untergebracht. Aus oben genanntem Grund, war es in 2012 auch nicht möglich, eine feste Gruppe zur Betreuung des Bienenvolkes zu gewinnen. Ein grundsätzliches Interesse bestand bei vielen Jugendlichen, jedoch waren diese nicht zu einem direkten Kontakt im Umgang mit den Bienen bereit. Während des Frühjahres zeigte sich überdies, dass die vorhandene Königin zu schwach war und durch eine neue ersetzt werden musste. Dies hatte zur Folge, dass das Volk nicht die Größe und Stärke entwickeln konnte, wie es notwendig gewesen wäre, um mit Jugendlichen zusammen Honig von diesem Volk zu gewinnen.

Projektperspektive 2013:
Diese genannten Faktoren haben zur Folge, dass wir, die Projektverantwortlichen, das Projekt Fette Beute im nächsten Jahr fortführen, beziehungsweise neu starten werden. Wir sind nach wie vor dabei, einen geeigneten Standort zu finden und sind diesbezüglich in Verhandlungen mit Herrn Klausmann von der Freiburger Stadtbau GmbH und Herrn Marquard von der Evangelischen Hochschule Freiburg. Bezüglich der Jugendlichen sind wir im Rahmen der Streetwork, der Cliquenarbeit und der Angebote des Kinder- und Jugendzentrums Weingarten im ständigen Dialog, um die Hemmschwelle und vorhandenen Ängste zu reduzieren. Wir versuchen, dieses wichtige naturpädagogische Angebot den Jugendlichen näher zu bringen,um im Frühjahr mit Besuchen verschiedener Gruppen einen festen Kreis an ProjektteilnehmerInnen zu haben, mit welchen wir das Bienenvolk dann betreuen werden.

Gefördert durch:

Autor: Mobile Jugendarbeit, Freiburg Weingarten

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