Projektwoche an der Adolf-Reichwein-Schule

Vom 5. bis 8. Juli fanden an der Adolf-Reichwein-Schule die jährlichen Projekttage statt. Alle Schüler der Klassen 1 bis 4 durften aus 13 Projektangeboten wählen, so entstanden bunt gemischte Gruppen von Jungen und Mädchen aus allen vier Klassenstufen.

Dieses Jahr konnten die Schüler zum ersten Mal auch das Angebot einer Mutter wählen, die mit ihren Schülern den familieneigenen Kleingarten an der Dreisam zum Abenteuer-Gelände erklärt hat. Die Lehrerinnen und Lehrer boten viele verschiedene Projekte an, die den unterschiedlichen Stärken der Schülerinnen und Schüler entgegenkamen: Mosaik-Kunstwerke aus Müll herstellen, Windspiele basteln, den Abenteuerspielplatz erobern, Burgruinen erwandern, LandArt-Kunst herstellen, Hütten im Wald bauen, Phantasiewelten in Guckkästen basteln, alte Spiele kennen lernen, Sportabzeichen erwerben, den Bärentanz lernen, bunte Häuser und Städte aus Verpackungen bauen und Theater spielen.

Die Lehrer wurden in den Gruppen von Eltern unterstützt, die ihre Hilfe angeboten hatten. So genossen die Kinder eine intensive Betreuung, die im Schulalltag nicht so zu gestalten ist. Herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere hilfsbereiten Mütter und Väter.


Am Freitag hatten die Eltern die Möglichkeit, die Ergebnisse der Projekttage in der Schule anzuschauen. In der Turnhalle wurde der einstudierte Bärentanz und das Theaterstück präsentiert, die Schülerinnen und Schüler konnten durch die Klassenzimmer gehen und die Ausstellungen der anderen Kinder anschauen. Ein kleines Quiz als Laufzettel führte die Kinder an die Stationen. Erstmals wurde ein Rap von einer Mädchen-Gruppe aufgeführt, der ein Jahr lang von Herrn Heil, Freiburger Jazzkongress (http://jazzkongress.de/) vorbereitet wurde.

Nach einem Abschluss in den Projektgruppen durften die Schülerinnen und Schüler ihre Kunstwerke mitnehmen – bis auf die Papageien aus Müllmosaik die in Zusammenarbeit mit dem Künstler Heinz Soucek (http://www.heinzsoucek.de/) entstanden sind: Diese werden zugunsten krebskranker Kinder versteigert, siehe auch: http://www.heinzsoucek.de/Aktion/Papageienherz/Papageienherz.html.


Autor: Johannes Schubert, Adolf-Reichwein-Schule

Lernen in den Ferien – „Ferienlerncamp“ im Nachbarschaftswerk Haus Weingarten

Nun schon im dritten Jahr findet im Nachbarschaftswerk im Haus Weingarten jeweils eine Woche in den Pfingst- und in den Herbstferien das Ferienlerncamp statt. Hier werden in den Schulferien gezieltes Lernen mit gestalteter Freizeit verbunden. Es treffen sich Viert- bis Siebtklässler aus allen Schularten, von der Förderschule bis zum Gymnasium, um am Vormittag zu büffeln und zu lernen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen geht es dann nachmittags zu Spaß und Action über, es werden Ausflüge gemacht und tolle neue Dinge kennengelernt. Und das Camp ist mittlerweile immer ausgebucht; es gibt eine Warteliste und  der Bedarf ist groß.

Auch in diesen Pfingstferien haben 14 Mädchen und Jungen am interessanten Programm teilgenommen. Was macht es für die Kinder und Jugendlichen so interessant, sogar in den Schulferien freiwillig zu büffeln? „Hier macht das Lernen Spaß“, sagt René (11), „anders als daheim allein.“ Und Kimberly (10) findet, dass man nichts verlernt, wenn man keine Pause macht. Sie ist froh, wenn ihr jemand in Mathe hilft.

Individuell wird in kleinen Gruppen mit intensiver Betreuung auf die Fragen und Lernbedarfe der Kinder eingegangen. Manche Kinder erhalten sogar schon Aufgaben von ihren Lehrern mit ins Ferienlerncamp, die sie dann ganz individuell dort bearbeiten können, um Lücken zu schließen. Dann gibt es mittags immer ein frisch zubereitetes warmes Mittagessen und essen in der Gruppe macht einfach viel mehr Spaß, vor allem, wenn es so gut schmeckt.


Und dann natürlich die Highlights an den Nachmittagen: „die denken sich hier immer gute Sachen aus“ findet Saskia (13), die in die 7. Klasse der Gerhard-Hauptmann-Hauptschule geht. Am ersten Nachmittag in diesen Pfingstferien besuchte die Gruppe den Baumkronenweg in Waldkirch. Ein weiterer Höhepunkt war eine Kanufahrt auf dem dschungelartigen Altrhein.


Unter tiefhängenden Zweigen und über alte umgestürzte Bäume steuerten die Kinder die Kanus durch eine faszinierende Landschaft. Die eine oder andere Spinne wurde dabei aufgefischt, was für einige Kinder und Erwachsene eine echte Herausforderung darstellte.


Es wird nie langweilig bei dem Programm, das sich der verantwortliche Erlebnispädagoge Dieter Ebernau für die Nachmittage ausdenkt. Und Peter Frank, der Leiter der Vormittage im Lerncamp, lässt die Kinder dann immer am darauffolgenden Morgen einen Aufsatz über den Ausflug vom Vortag schreiben, was den Kindern sichtlich Spaß macht. Das ist schon wie ein Ritual und es kommen tolle Berichte dabei heraus – eine tolle Verknüpfung von Spaß und Lernen.
Sogar die Badische Zeitung fand das Lerncamp so interessant, dass sie in diesem Jahr an Pfingsten dabei war und vom Camp berichtet hat.

Autoren:

Peter Frank, Diplom-Pädagoge, Lernfördergrupppen und Ferienlerncamp im Nachbarschaftswerk e.V.

Dieter Ebernau M.A., Diplom Sozialpädagoge (FH), u.a. Ferienlerncamp im Nachbarschaftswerk e.V.

Jugendredaktion Weingarten – Ein Kommunikations- Projekt für Jugendliche

Im Rahmen von „Zukunft-W  – unser Netz für Kinder und Jugendliche in Weingarten“ entsteht eine Webseite von Jugendlichen für Jugendliche im Stadtteil. Hier können sich junge Menschen zwischen  14 und 22 Jahren aktiv beteiligen und mitwirken.


Das Team der Jugendredaktion wurde Ende März gegründet und hat aktuell 11 Mitglieder. Diese sind gerade dabei, die Internetseite zu gestalten. In wöchentlichen Redaktionstreffen erstellen die Jugendlichen Beiträge zu verschiedenen Themen. Ein Team von Fachkräften steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem gibt es thematische Workshops zu Internet, Grafik, Fotografie, Text, Sponsoring und Marketingstrategien.


Damit es auf der Seite bunt, interessant und spannend bleibt, geht unser Aufruf an die Jugendlichen aus Weingarten: Mach mit beim Jugendredaktionsteam! Gestalte aktiv deine Onlineplattform für Weingartens Jugendliche ! Stelle deinen Stadtteil dar und schreibe über Dinge, die dich und die Leute in Weingarten interessieren. Bring dein Thema ein und mach mit bei unserem Wettbewerb.


Hier ist die Ausschreibung der Jugendredaktion:

Einzig, aber nicht artig: Weingarten!
Hallo Mädchen und Jungs,
in den nächsten Wochen veranstaltet das Projekt JUGENDREDAKTION Weingarten einen Foto- und Text-Wettbewerb für Jugendliche. Das Motto lautet „Einzig, aber nicht artig: Weingarten!“. Es gibt tolle Preise zu gewinnen!
Die Teilnahmebedingungen sind:
1.    Alle Jugendlichen ab 12 Jahren dürfen mitmachen.
2.    Die Beiträge (Text und Foto) dürfen von der Jugendredaktion Weingarten veröffentlicht werden.
3.    Die Daten der Teilnehmer werden nicht an Dritte weitergegeben.
4.    Die Urheberrechte Eurer Beiträge bleiben garantiert geschützt.

Beiträge für den Wettbewerb bitte bis 30.06.2011 an: info@jugendredaktion-weingarten.de
Zu gewinnen gibt es: ein neues Handy (1. Preis), zwei Gutscheine für den Europa-Park (2. Preis) und zwei Kino-Gutscheine (3. Preis)
In der Zeit vom 1. bis 25. Juli seid Ihr die Jury! Alle Besucher der ab Juni freigeschalteten Webseite www.jugendredaktion-weingarten.de dürfen den besten Beitrag voten. Jede Stimme zählt!
Die Preisverleihung findet im Rahmen eines großen Fests von „Zukunft-W –  unser Netz für Kinder und Jugendliche in Weingarten“, am Nachmittag des 26. Juli in Weingarten statt.
JUGENDREDAKTION WEINGARTEN ist ein Projekt der Mobilen Jugendarbeit Weingarten-Ost und heimvorteil freiburg – Netzwerk für Kommunikation. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „STÄRKEN vor Ort“ durchgeführt. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.

Autoren: Jugendredaktion Weingarten und Sara-Dunja Menzel, Erziehungswissenschaftlerin M.A., Mobile Jugendarbeit Weingarten-Ost, Diakonieverein der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde e.V.

Erlebnisspielplatz im Hochhausviertel

Der Spielturm der Spieloffensive befindet sich direkt vor der Haustüre vieler Kinder am Ende der Krozinger Straße. Was vielen als Erstes auffällt, liegt direkt dahinter am Bahndamm: Ein buntes Gelände mit selbstgebauten Hütten aus Holz, farbigen Steinen, einem Wasserlauf… Der Erlebnisspielplatz ist ein wichtiges methodisches Element der Spieloffensive. Hier ermöglichen wir Naturerfahrungen und Werken am eigenen „Lager“ auch im Hochhausviertel.


Der Platz teilt sich in zwei Bereiche: Der innere, abgezäunte Bereich ist ein betreuter Bauspielplatz. Immer freitags wird gemeinsam gehämmert und gesägt, was das Zeug hält. Dabei entsteht so manches bauliche Wunderwerk. Gerade für Kinder im Grundschulalter hat das Bauen und Einrichten eines eigenen kleinen „zu Hause“ einen großen Reiz. Darüber hinaus kann gegärtnert werden, z.B. mähen wir das Gras, schneiden wuchernde Pflanzen zurück, ernten Sauerkirschen oder setzen Blumenzwiebeln. Großer Anziehungspunkt ist auch unsere Feuerstelle. Hier wird für die Kinder ein faszinierendes Element lebendig. Wir machen gemeinsam Feuer und braten Kartoffeln oder kochen auch mal ein Süppchen.


Der äußere Bereich ist gebaut als gestaltbarer öffentlicher Spielplatz für größere Kinder zum selbstständigen Spielen und Entdecken. Es gibt dort z.B. eine Wasserpumpe, Sand, modelliertes Gelände, zwei Wasserläufe zum Befüllen und Deiche Bauen und eine Spielkiste mit Eimern, Rohren und Rinnen. Gemeinsam mit den Kindern überlegen wir immer daran weiter. In den Ferien gibt es dann regelmäßig Aktivtage, die ganz dem Weiter- und Umbau dieses Spielbereichs gewidmet sind, auf dass er lebendig und den Bedürfnissen der Kinder angemessen bleibt.

Autorin: Veronika Schelzig, Diplom Sozialpädagogin, Leiterin der Spieloffensive, Form Weingarten 2000 e.V.

Projekt „Unsere Jugendräume sind in die Jahre gekommen“ des Kinder- und Jugendzentrums – Jugendliche übernehmen Verantwortung für ihre Räume und die Kinder

1. Hintergrund und Zielgruppe des Projekts

Unsere Einrichtung ist in die Jahre gekommen, 2010 haben wir das 40jährige Jubiläum gefeiert. Die Jugendräume sind nicht mehr ansprechend, Vieles ist alt, abgenutzt und zerstört. Die Jugendlichen äußerten mehrfach den Wunsch, zu renovieren und neu zu gestalten. Durch glückliche Umstände konnten wir zwei Arbeitserzieher der Medizinischen Akademie Freiburg gewinnen, einen Zimmermann- und einen Maurergesellen, die nun mit den Jugendlichen die Renovierung professionell durchführen. Es fanden Hausversammlungen statt, bei denen mit den BesucherInnen die Planung und Durchführung zu besprochen wurden. Renoviert werden der PC-Raum und der Clubraum im Jugendbereich.

2. Ziele und Beschreibung des Projekts

Viele unserer Kinder und Jugendlichen halten sich zwischen 4 – 6 Stunden (manchmal auch länger) in den Räumen auf. Daher ist es wichtig, dass sie sich wohl fühlen.

Da die Jugendlichen beim Renovieren mithelfen, übernehmen sie Verantwortung für ihre Räume – der Zerstörung und Beschädigung wird Entgegen gewirkt. Das beste Beispiel ist der neu renovierte Tanzraum, der täglich mehrfach belegt ist und seither noch wie neu aussieht.
Ein weiteres wichtiges Ziel, ist das Einbeziehen der Jugendlichen in die Planung und Durchführung der Innengestaltung (Einrichtung einer Sitzecke, Farbgestaltung der Wände, Vorhänge, Wanddekorationen, etc.).
Mit der gemeinsamen Arbeit, welche die Jugendlichen ausführen, bekommen sie ein Verständnis für die Wertschätzung der eigenen erbrachten Leistung. Dies hat zum Ziel, dass erneuter Vandalismus eindämmt wird, ein Bewusstsein für die eigen gestaltete Umgebung, aber auch die erweiterte Anerkennung fremden Eigentums, einsetzt.
Durch die unterschiedlichen Arbeiten, die mit den Jugendlichen ausgeführt werden, können sich zudem neue berufliche Perspektiven entwickeln. Die Arbeitserzieher werden mit einer gemischten Gruppe aus Mädels und Jungs arbeiten. Um den Gruppenzusammenhalt zu stärken, soll es eine gemeinsame Vesperpause geben. Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit in die Tätigkeitsfelder verschiedener Handwerksberufe Einblick zu bekommen: Maler, Schreiner, Elektriker, Gipser und Maurer.

Während des Projekts können sich neue Potenziale im handwerklichen und kreativen Bereich entfalten. Die Jugendlichen sollen Spaß an der Arbeit haben und auch ihre eigenen Ideen in diesem Projekt einbringen. Das führt einerseits  zur Stärkung ihrer Motivation und andererseits haben sie Erfolgerlebnisse. Um die intrinsische Motivation der Jugendlichen für weitere Projekte zu stärken, erhalten sie ein Arbeitszeugnis.
Das nach der Beendigung des Projekts von den Arbeitserziehern ausgehändigte Zeugnis, ermöglicht den Jugendlichen eine Erleichterung beim Suchen eines Praktikumsplatzes oder einer Lehrstelle im handwerklichen Bereich. Mit Absprache der Medizinischen Akademie ist es möglich, einen Stempel vom IB als Qualitätssiegel für das Arbeitszeugnis zu bekommen.
Nach der Renovierung müssen neue Einrichtungsgegenstände angeschafft werden. Es fehlen Tische, Stühle, Sofas, Teppiche, Lampen etc.

3. Projektzeitraum/Projektumfang

Seit September 2010 findet eine energetische Außensanierung an unserem Gebäude statt, welche noch bis im Sommer d. J. andauern wird. Parallel dazu werden so nach und nach die Räume renoviert. Das ist dringend notwendig.
Die Arbeitserzieher werden 50 Tage mit den Jugendlichen arbeiten, es ist der Zeitraum vom 21.03. – 10.06.2011. Der große Clubraum und der PC-Raum werden vollständig renoviert, neu gestaltet und eingerichtet.
Die Wochenpläne mit dem genauen Verlauf der Arbeitsschritte und die Kostenkalkulation wurden von den Arbeitserziehern ausgearbeitet. Vor Arbeitsbeginn wird immer eine ausführliche Arbeitsbesprechung durchgeführt; diese dient dem Kennen lernen und der Beschreibung der auszuführenden Aufgaben und zur Vermeidung von Gefahrensituationen.

4. Nachhaltigkeit des Projekts

Die Jugendlichen werden die nächsten Jahre bei uns im Haus bleiben und haben durch ihr Engagement auch eine große Vorbildfunktion für die jüngeren Kinder. An allen Angeboten sind unsere Kinder und Jugendlichen direkt beteiligt, vor allem auch deshalb, weil wir uns bei den Angeboten an ihren Wünschen und ihren Bedürfnissen orientieren.
Die schöne Atmosphäre in den neu gestalteten Räumen kommt allen unseren BesucherInnen zu Gute. Das Team ist sich sicher, dass die Jugendlichen nicht nur stolz auf das Geleistete, auf ihre neuen Räume sein werden, sondern sich auch wohl darin fühlen und auf Ordnung und Sauberkeit achten werden.

Autorin: Romy Weidenhof, Sozialarbeiterin im Kinder- und Jugendzentrum Weingarten

Video- Projekt in Kooperation mit der Kubus³ Projektwerkstatt Freiburg

Im Rahmen des Projektes „Stärken vor Ort“ standen der Projektwerkstatt Kubus³ Gelder für ein Videoprojekt zur Verfügung, welches in Kooperation mit einer im Stadtteil Weingarten bestehenden Einrichtung durchgeführt werden soll. Der Filmemacher TomBen Guischard und Thomas Zehe von Kubus³ kamen im Frühjahr 2010 auf uns zu und besprachen mit uns die Rahmen bedingen des Projektes. Schnell konnte eine Clique gefunden werden, die sich für dieses Projekt interessierte. 13 männliche Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren (arabisch- und türkischstämmig) arbeiteten von April bis November 2009 mit Unterstützung von den beiden Filmemachern TomBen Guischard und Thorsten Winsel an der Erstellung eines Kurzvideos, der Ende November in der Projektwerkstatt Kubus³ präsentiert wurde. Der  „Stärken vor Ort“ – Titel  lautet zunächst „My Space- Your Space“- Die Jugendlichen durften „ihren“ Stadtteil Weingarten präsentieren, ihre Lebensumstände beschreiben und andere Menschen aus Freiburg befragen, wie diese über Weingarten denken. Der Film bekam schließlich den Titel „Dort Deutscher- Hier Fremder“. Die Jugendlichen führten selber Regie, waren für die Kameraführung und die Interviews eigenverantwortlich.

In einem weiteren Workshop in den Sommerferien, wurde unter Anleitung von den Filmemachern, der Film fertig gestellt. Einer der älteren Jugendliche stellte den Film bei der Plattform „YouTube“ ein. Innerhalb der ersten Wochen wurde der Film mehr als 10.000x  abgerufen. Weiter wurde der Film beim Deutschen Videowettbewerb und dem SchülereFilmForum 2011 eingereicht. Am 1.April wurde „Dort Deutscher- Hier Fremder“ als Beitrag tatsächlich im kommunalen Kino, während dem SchülerFilmForum gezeigt. Nach anfänglicher Skepsis der Jugendlichen, fand innerhalb kürzester Zeit eine hohe Identifikation mit diesem Projekt statt, welches insgesamt in seiner Umsetzung als sehr gelungen bezeichnet werden kann.

Autorin: Lydia Kissel, Sozialarbeiterin im Kinder- und Jugendzentrum Weingarten

Buntes Faschingstreiben in der Adolf-Reichwein-Schule

Wie jedes Jahr freuten sich die Kinder der Adolf-Reichwein-Schule auf den letzten Schultag vor den Faschingsferien, denn an diesem Tag wird natürlich Fasching gefeiert. Alle kommen verkleidet, die Schultasche bleibt zuhause oder wird gefüllt mit Süßigkeiten und Fachingsmusik. Doch dieses Mal war etwas anders als sonst. Schon am frühen Morgen, das Thermometer zeigte gerade mal 2 Grad plus, wuselten witzig verkleidete Erwachsene auf dem Schulhof herum und bauten wundersame Dinge auf.

Schaute man genau hin, so erkannte man unter den Verkleidungen Akki Müller vom Jugendzentrum, Gerd Rueffer vom Abenteuerspielplatz, Veronika Schelzig von der Spieloffensive, und vom NBW Frau Eifler und Frau Vogt sowie viele weitere Helfershände aus den Einrichtungen vom Kindernetz Weingarten. So waren ja auch fast alle Einrichtungen von Zukunft-W auf dem Pausenhof der Schule versammelt. Und was passierte denn da genau? Witzige Spiele wurden aufgebaut, damit die Kinder Fasching in der Adolf-Reichwein-Schule mal ganz anders erleben konnten.


So wurde lustig mit einem an den Fuß gebundenen Luftballon zu lauter Faschingsmusik getanzt, Kräfte gemessen beim Seil ziehen, Geschicklichkeit bewiesen beim Schnurspiel, Schokoküsse im Wettbewerb, ohne die Hände zu benutzen, verschlungen und gemeinsam mit langen Holzstäben versucht, Luftballons schnell und gezielt zum Platzen zu bringen. Das war ein lustiges Miteinander.

Über 300 Kinder gingen mit ihrer Klasse von Station zu Station, um alle Spiele auszuprobieren und waren trotz Kälte begeistert bei der Sache. In den Klassenzimmern wurde dann noch im kleinen Kreis weiter gefeiert, getanzt, gegessen und natürlich viele witzige Fotos gemacht. Am Ende, um Punkt 11.11 Uhr, schallte über die Sprechanlage der Schule laute Faschingsmusik, die alle Kinder zu einer Abschiedspolonaise aufrief.

Fröhlich singend und tanzend, Hände an den Schultern des Vordermannes, verließen die Kinder das Schulgebäude. Zurück blieben die fleißigen Helfer vom Kindernetz Weingarten und alle Lehrer und Lehrerinnen, um im Lehrerzimmer noch gemeinsam eine Faschingssuppe zu löffeln. Ein rundum gelungenes Faschingsfest und ein schöner Beitrag für und von Zukunft-W.

Autorin: Sylvia Bohn, Komm. Schulleiterin der Adolf-Reichwein-Schule

„Verbesserung von Bildungschancen“ – alltägliche individuelle Lernförderung im Nachbarschaftswerk

32 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 5 – 11 besuchen nachmittags regelmäßig die Lernfördergruppen des Nachbarschaftswerks. Sie kommen momentan aus 7 Nationen und besuchen unterschiedlichste Schularten (Förder-, Haupt-, Realschule und Gymnasium). Gut die Hälfte dieser Schüler gehört der ethnischen Minderheit der Sinti an.

Ergänzend zur Hausaufgabenbegleitung wird  gezielte Unterstützung für Tests, für die Vorbereitung von Referaten, Präsentationen, Hausarbeiten oder für Prüfungen angeboten. Neben den Prüfungsvorbereitungen werden die Schüler auch auf der Suche nach einem Platz an einer weiterführenden Schule oder bei ihrer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz beraten und unterstützt.


Durch die Individuelle Lernförderung – ein weiteres Angebot des Nachbarschaftswerks – wird Schülern gezielt Nachhilfe in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern gegeben. Eine russische Grundschülerin erhält regelmäßig Unterstützung mit Schwerpunkt Sprachförderung. Ein weiterer Schüler bekommt Unterstützung zur Stabilisierung seines Ausbildungsverhältnisses.
In den Lernfördergruppen stehen die Vermittlung von Lerninhalten, die Aneignung eigener Lernstrukturen sowie die Förderung von eigenständigem, selbstorganisiertem Lernen im Fordergrund. Den Kindern  und Jugendlichen stehen dazu gezielte Lernunterlagen zur Verfügung, wie auch der Zugang zum Computerraum.  Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Eltern, den Lehrern und den Schulsozialarbeitern, sowie gegebenenfalls mit den Familienhelfern tragen dazu bei, eine bestmögliche Schullaufbahn zu ermöglichen.


Neben den Möglichkeiten zur Verbesserung der schulischen Entwicklung wird ein intensiver interkultureller Austausch ermöglicht und soziale Kompetenz sowie Konfliktfähigkeit durch den täglichen Umgang miteinander gefördert. In dem anschließenden Freizeitangebot können auch Themen, die weit über den schulischen Bereich hinausgehen, zum Tragen kommen und bearbeitet werden.
Die Lernfördergruppen werden unter der Leitung von einem Dipl. Pädagogen und einer Sozialarbeiterin durchgeführt. Sie werden durch Studenten, Praktikanten und Zivildienstleistende unterstützt und finden  jeweils Montags bis Donnerstags von 13.30 – 16.30 Uhr statt.


Als Ergänzung im Rahmen der Angebote zur Verbesserung der Bildungschancen gibt es für Kinder und Jugendliche dann noch die Möglichkeit, sich in den Ferien zum Ferien-Lern-Camp anzumelden um dort vormittags intensiv in Kleingruppen zu üben und zu lernen und am Nachmittag an interessanten, erlebnispädagogisch ausgerichteten Freizeitangeboten teilzunehmen.

Autorin: Katja Eifler, Sozialarbeiterin, Nachbarschaftswerk e.V.

„Powern statt prügeln“ Ein Boxprojekt für Jungen und Mädchen in Freiburg-Weingarten

Das Projekt
“Powern statt Prügeln” ist ein Projekt der Mobilen Jugendarbeit Weingarten-Ost in Zusammenarbeit mit den Box-Trainern Celalettin und Seracettin Gecit.
Das Projekt wurde dieses Jahr im März 2010 Dank der finanziellen Unterstützung durch STÄRKEN vor Ort der Stadt Freiburg und dem Europäischen Sozialfonds gestartet.

Das Projekt ist einerseits für Jugendliche, die mit ihrer Freizeit wenig anfangen können und durch Provokation und aggressives Verhalten im Freiburger Stadtteil Weingarten auffallen. Andererseits ist es aber auch offen für alle Interessierte und Boxbegeisterte.
Den Jugendlichen soll eine sinnvolle und attraktive Freizeitperspektive geboten werden. Durch das Training wird vorhandenes Aggressions- und Bewegungspotenzial in sinnvolle Bahnen gelenkt. An der Einstellung zu sich selbst und zu anderen wird durch gezielt eingesetzte Methoden gearbeitet. Die vorhandenen Energien können positiv genutzt und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.
Damit können sich Wege aus dem Kreislauf von Langeweile, destruktiven Verhaltensweisen und Gewalt gegen andere, mit allen damit verbundenen negativen Folgen, eröffnen.

Die Jugendlichen werden von Box- und Kampfsportlern aus dem Quartier, die hier aufgewachsen sind und einen guten Zugang zu den Jugendlichen haben, trainiert.
Sie begleiten die Jugendlichen über das Sportangebot hinaus, stehen ihnen als Berater im Alltag zur Verfügung und leben prosoziales Verhalten vor.

Über das Angebot hinaus soll die Gruppe dafür gewonnen werden, sich für ihr Quartier zu engagieren, sich im Quartier zu präsentieren und sich mit eigenen Projekten und Aktionen für Ihren Stadtteil und die hier lebenden Bewohner/innen zu engagieren.

Zum Angebot des Projektes gehören:
•    Regelmäßiges Gruppentraining an 2 – 3 Abenden, bzw. Nachmittagen pro Woche
•    Gemeinsame Freizeitgestaltung
•    Entwicklung und Arbeit am Thema Zukunftsperspektiven in der Gruppe
•    Entwicklung und Durchführung eines sozialen Projektes im Quartier
•    Präsentation im Rahmen einer Vorführung
•    Einladung eines bekannten Boxsportlers

Die Akzeptanz der Verschiedenartigkeit der Menschen und ihrer Lebensformen sowie die Bereitschaft, sich respektvoll damit auseinanderzusetzen, die Gleichwertigkeit der Geschlechter sowie die freiwillige Inanspruchnahme dieses Angebots – unabhängig von Weltanschauung, Nationalität, Geschlecht, Kultur und wirtschaftlichen Möglichkeiten – sind Grundhaltungen der Fachkräfte der Mobilen Jugendarbeit.  Diese Haltungen wurden auch von Seiten der Trainer so formuliert und bestätigt.

Die Mitarbeiter der Mobile Jugendarbeit Weingarten-Ost stellen ihr Know-how bezüglich Projektmanagement und pädagogischem Fachwissen zur Ausgestaltung der Rahmenbedingungen, Begleitung von Training und weiterführenden Angeboten zur Verfügung.

Bis Ende Oktober wurden Trainingsräume der Mobilen Jugendarbeit Weingarten-Ost benutzt. Insgesamt sind für das Boxtraining über 60 Kinder und Jugendliche gemeldet. Die Räumlichkeiten der Mobilen Jugendarbeit Weingarten-Ost wurden dieser hohen Anfrage nicht mehr gerecht. Seit November 2010 stehen deshalb für das Training die Gymnastikhalle der Schule Haus Weingarten an 3 Abenden pro Woche zur Verfügung.

Die Zukunft
Die finanzielle Unterstützung aus dem Förderprogramm STÄRKEN vor Ort ist auf ein Kalenderjahr angelegt und endet somit im Dezember 2010.
Nicht nur aufgrund einer TeilnehmerInnenzahl von über 60 Jugendlichen soll das Angebot auch im kommenden Jahr fortgeführt werden.
Durch die Anmietung der größeren Räume und die Erhöhung der Anzahl an Trainings-tagen entstehen für 2011 wesentlich mehr Kosten als im laufenden Jahr 2010 angefallen sind. Zwar ist das Nötigste an Box-Equipment nun vorhanden, trotzdem wird die eine oder andere kostenintensive Anschaffung noch nötig sein.

Wir hoffen deshalb, weitere finanzielle Mittel akquirieren zu können, damit wir das Boxtraining als Angebot für Jugendliche im Stadtteil aufrecht erhalten können.

Autor: Joachim Maier M.A., Sozialmanager und Dipl. Sozialpädagoge (FH), Mobile Jugendarbeit Weingarten-Ost, Diakonieverein der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde e.V.

Zukunft-W – Ein Netzwerk entsteht

Im Film Zukunft-W ein Netzwerk entsteht, handelt es sich um die Geschichte und Dokumentation verschiedenster sozialer Einrichtungen, deren Symbiose und Synergieeffekte sich positiv auf die Bewohnerinnen und Bewohner des (noch) speziellen Quartiers auswirken. Die Kommunikation untereinander und die Mit(einander)arbeit fördert das Gesamtbild des Quartiers und birgt die Chance der schnellen Hilfe, der besonderen Angebotsentwicklung, der sicheren Aufgabenbereichsabgrenzung und Ergänzung in verschiedenen Handlungsfeldern der sozialen Arbeit im Stadtteil.

Beschreibung von Ingo Heckwolf

Unser Netz für Kinder und Jugendliche in Weingarten